Zum Hauptinhalt springen
Aktuell

Sozialhilfeforum 1
UMAs: Von der Grenze zur Integration

Am Sozialhilfeforum 1 berichteten die Referentinnen über den langen Weg eines/einer UMA/S (unbegleitete minderjährigen Asylsuchende) von der Flucht aus seinem Heimatland bis zur Integration in der Schweiz. Zu Beginn berichtete Deborah Di Micco vom Erstaufnahmezentrum Etzmatte für UMAs, wo männliche Jugendliche die ersten drei Monate nach ihrem Aufenthalt im BAZ (Bundesasylzentrum) verbringen. Weibliche UMAs werden aus Platz-gründen direkt einer Wohngruppe für UMAs zugewiesen. In diesen drei Monaten verbringen die Jugendlichen die erste Zeit in Quarantäne, bis medizinisch abgeklärt werden kann, ob sie an ansteckenden Krankheiten leiden oder nicht. Es werden umfassende medizinische Untersuchungen durchgeführt, ebenso erste Impfungen. Auch eine psychologische Erstein-schätzung wird abgegeben und sie werden krankenversichert. Zudem wird eine Beistandschaft errichtet. Die Jugendlichen werden ab Eintritt in die be-stehende Tagesstruktur eingebunden, müssen lernen, regelmässige Aufga-ben nach einem Plan auszuführen, sich um ihre Hygiene zu kümmern und ihre Kleider etc. in Ordnung zu halten. Zudem müssen sie täglich die Erst-aufnahmeschule besuchen, in der es neben dem Deutschunterricht auch um grundlegende Regeln der Schweizer Kultur und Gepflogenheiten etc. geht. Nach diesen drei Monaten erfolgt der Übertritt in eine Wohngruppe für UMAs und die Zuständigkeit wechselt vom Kanton zu der Gemeinde, welcher der/die Jugendliche zugewiesen worden ist. Da viele Mitarbeitende in der Etzmatte und in den Wohngruppen selber einen Migrationshintergrund haben, ist die Kommunikation in den meisten Fällen ziemlich problemlos möglich, ansonsten wird mit Bildern, Gesten und bei wichtigen Gesprächen mit Dolmetschern gearbeitet.

Als Alternative zu einer Wohngruppe gibt es für UMAs auch die Möglichkeit in eine Pflegefamilie überzutreten. Die Referierenden des Familea, Zentrum für Pflegekinder, berichten, dass es nicht einfach ist, eine Pflegefamilie für UMAs zu finden, dass es aber oft eine grosse Bereicherung ist, sowohl für die Ju-gendlichen als auch für die Pflegefamilie. So berichtet eine Pflegemutter, dass sie zwei Söhne gewonnen habe. Neben den in der Präsentation auf-geführten Ausschlusskriterien ist auch kriminelle Aktivität ein klarer Aus-schlussgrund, zudem darf bei einer Aufnahme das Kindswohl der eigenen Kinder nicht gefährdet werden. Als Grund für die UMAs, sich für eine Pfle-gefamilie zu entscheiden wird oft genannt, dass sie in einer Familie schneller Deutsch lernen, als in einer Wohngruppe, was objektiv stimmt. Als klarer Vorteil ist zudem die Eingebundenheit in eine Familienstruktur zu nennen, was eine sehr individuelle Betreuung und Begleitung ermöglicht. In einer Pflegefamilie kommt Beziehung immer vor Erziehung.

Eva Malikova, Verein KUMA, welche Beistandschaften für UMAs führt, berich-tet, dass viele Personen aus ihren Herkunftsländern flüchten, weil sie an ein Märchen glauben: das Geld fällt in Europa vom Himmel, das Leben ist sehr einfach, alles ist schön. Die Flucht dauert dann oft mehrere Jahre, ist von Gewalt, Hunger und anderen traumatischen Erlebnissen geprägt. Endlich in der Schweiz angekommen, ist es auch nicht einfach und schön, die emotio-nale und lebenspraktische Überforderung der Jugendlichen ist immens. Sie müssen eine bikulturelle Identität aufbauen, was bedeutet, die eigene Kultur mit derjenigen verbinden, die sie vorfinden, deutsch lernen, eine Ausbildung beginnen etc. Sie müssen sich auf den verschiedensten Ebenen anpassen, gleichzeitig die Pubertät bewältigen und haben dafür oft nur ein, manchmal zwei Jahre Zeit. Manche dieser Jugendlichen benötigen für alle diese Schritte mehr Zeit als ihnen zur Verfügung steht. Diese Zeit sollte man ihnen zuge-stehen, denn die allermeisten dieser Jugendlichen möchten sich eingliedern und arbeiten.

Da die Unterstützungsleistungen für Jugendlichen mit Erreichung der Voll-jährigkeit sofort beendet werden, die UMAs aber sehr oft ihre Berufsausbil-dung und Eingliederungsschritte noch nicht abgeschlossen haben, ist dieser Übergang sehr schwierig zu handhaben. Alle Referierenden bestätigen, dass es zwar Konzepte für die Übergangszeit gibt, für diese aber keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Die Gefahr, dass diese Jugendlichen ohne wei-terführende professionelle Unterstützung und unter der Einwirkung von er-wachsenen Asylsuchenden, welche keinen guten Einfluss auf diese Jugend-lichen haben, in die Kriminalität abrutschen, ist sehr gross. Das schnelle Geld lockt, diesem zu widerstehen, und die begonnene Berufsausbildung fortzu-führen, ist oft sehr schwierig.

Eine Unterstützungsmöglichkeit für junge Erwachsene geflüchtete Personen, welche sich in einer Ausbildungssituation befinden, bietet der Verein z’RächtCho NWCH:

https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/direktionen/finanz-und-kirchendirektion/sozialamt/integrationsmassnahmen/internetplattform/zraechtcho-nwch-supported-education-fuer-gefluechtete-in-einer-lehre-seg        

Die einzelnen Präsentationen finden Sie in unserer Infothek im Archiv:

https://www.vso-bl.ch/infothek/archiv#82-2026-forum-1-umas-von-der-grenze-zur-integration

________

Jahresprogramm 2026

Liebe VSO-Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren, 

Das Jahresprogramm 2026 ist erstellt. Die einzelnen Veranstaltungen sind ab sofort unter dem Menupunkt "Jahresprogramm" und/oder "Anmeldung/Buchung Anlässe" mit Detailinformationen und Anmeldemöglichkeit aufgeführt.

________

Jahresbericht 2025

Den Jahresbericht für das Jahr 2025 können Sie rechts unter "Aktuelles" als pdf-Dokument ansehen oder auch herunterladen.

________

Informationen zur neuen Website

Wir haben unsere Website neu gestaltet und gleichzeitig versucht, möglichst wenig zu ändern, so dass Sie sich weiterhin gut zurechtfinden. Einige Neuerungen resp. Vereinfachungen hat es gegeben, diese möchten wir Ihnen hiermit kurz vorstellen:

  • Anmeldung Generalversammlung: Das Anmeldeformular ist gleich aufgebaut wie diejenigen für die Sissachertagung, der Foren und Module.
  • Rechnungen Sissachertagung und Module: Neu müssen Sie bei der Anmeldung einer unserer Veranstaltungen zwingend eine E-Mail-Rechnungs-Adresse hinterlegen. Die Rechnung wird als Anhang direkt an diese E-Mailadresse versendet. Es ist somit möglich die Rechnung direkt an eine Zahlstelle senden zu lassen, so dass Sie diese nicht mehr weiterleiten müssen, oder wie bisher, an Ihre eigene E-Mailadresse senden müssen.
  • Archiv: Neu ist das Archiv mit den Referaten der Jahre zuvor in der "Infothek" zu finden.
  • Kontakt: Neu haben wir keine E-Mail-Adresse mehr, sondern ein Kontaktformular, welches Sie unter der Rubrik "Kontakt" finden. Sie können uns gerne über dieses Formular eine Mitteilung zukommen lassen.
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.